Teil 5 der 1001 Waldgeschichten: Aufbruch ins Jetzt
Ein Mann mit braunen Wanderschuhen betritt den Wald, die Gedanken an die Anforderungen des Alltags schwer in seinem Kopf. Eine Liste von Projekten, Terminen und Verpflichtungen schwirrt ihm durch den Sinn. Doch in ihm regt sich eine leise Sehnsucht nach Stille, nach einem Augenblick, der nichts fordert und ihm Raum gibt, zu träumen und zugleich präsent zu sein.
Je tiefer er in den Wald vordringt, desto mehr spürt er, wie der Ort ihm beides bietet: Hier kann er seinen Träumen nachhängen, während die Bäume das Sonnenlicht filtern und der erdige Duft von Moos und feuchter Erde seine Sinne erfüllt. Die Geräusche des Waldes – das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Blätter und das sanfte Murmeln eines Bachs – beginnen den Lärm seiner Gedanken zu überlagern. Er bleibt stehen, atmet tief ein, und spürt, wie die Last des Alltags von ihm abfällt.
Am Ufer eines kleinen Teichs bemerkt er ein Eichhörnchen, das reglos dasteht, vollkommen in den Moment versunken. Es scheint nichts anderes wahrzunehmen als das Jetzt. Der Mann beobachtet es still und fühlt, wie die Ruhe des Waldes auch ihn umhüllt. Er lässt sich auf einen Stein nieder und er erkennt, dass er genau hier sein darf – träumend und gegenwärtig zugleich.
In dieser Stille findet er eine tiefe Erkenntnis: Es sind nicht nur die Träume, die ihn vorwärtsbringen, und nicht nur die Momente des Hier und Jetzt, die ihm Frieden schenken. Es ist das Zusammenspiel beider – das Träumen und das bewusste Erleben – das das Leben reich und erfüllend macht.